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Ein Nachschlagewerk für Einkäufer mit Fachbegriffen, den häufigsten Einwänden gegen einen Trader und einer Erklärung, wie Preise in diesem Markt zustande kommen.
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Glossareinträge
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Käufereinwände mit Antwort

Glossar
Fachbegriffe von B bis V
| Begriff | Erklärung |
|---|---|
| Biuret | Nebenprodukt der Harnstoffproduktion, das bei zu hohem Gehalt pflanzenschädigend wirkt. Düngerharnstoff ist deshalb üblicherweise auf höchstens 1,0 % Biuret spezifiziert. |
| B/L (Bill of Lading) | Das Konnossement der Reederei. Es ist Frachtbrief, Übernahmequittung und Warenbesitznachweis in einem. Ohne das Originaldokument wird die Ware am Zielhafen nicht freigegeben. |
| Bright Stock | Der hochviskose Rückstand aus der Vakuumdestillation von Basisöl, Grundlage für Zylinderöle und andere Schwerlastanwendungen. |
| CAS-Nummer | Eindeutige Kennnummer des Chemical Abstracts Service für eine chemische Substanz, unabhängig von Handelsname oder Hersteller. |
| Cat Fines | Katalysatorreste aus dem Fluid-Catalytic-Cracking-Prozess (FCC), die in Bunkerkraftstoffen als abrasive Feststoffpartikel auftreten und motorschädigend wirken können. |
| CCAI | Calculated Carbon Aromaticity Index. Rechnerischer Kennwert zur Abschätzung der Zündwilligkeit von Schweröl, ermittelt aus Dichte und Viskosität. |
| COA | Certificate of Analysis. Laborzertifikat, das die tatsächlichen Kennwerte einer gelieferten Charge gegen die vereinbarte Spezifikation bestätigt. |
| DEF / AdBlue | Wässrige Harnstofflösung nach ISO 22241 mit einem Harnstoffgehalt von 31,8 bis 33,2 %, eingesetzt zur Stickoxidreduktion in SCR-Abgasnachbehandlungssystemen. |
| Demurrage | Standgeld, das der Charterer zahlt, wenn Be- oder Entladung eines Schiffs länger dauert als die vertraglich vereinbarte Liegezeit. |
| FIBC | Flexible Intermediate Bulk Container, der Big Bag für Schüttgüter. Er fasst meist rund eine Tonne und ist die übliche Verpackung für Dünger, Granulate und Pulver. |
| Flexitank | Flüssigkeitsdichter Einwegbeutel, der in einem 20-Fuß-Container verladen wird und ihn so für flüssige Bulkware nutzbar macht. Für Gefahrgut nicht geeignet. |
| Group I | Basisöl aus konventioneller Lösungsmittelraffination, Sättigungsgrad unter 90 %, Viskositätsindex 80 bis 120. Von den drei Hauptgruppen ist sie die am wenigsten reine. |
| Group II | Basisöl aus dem Hydrocrackingverfahren, Sättigungsgrad mindestens 90 %, Schwefelgehalt höchstens 0,03 %, Viskositätsindex 80 bis 120. |
| Group III | Basisöl aus schwerem Hydrocracken oder Hydroisomerisierung, gleiche Reinheitskriterien wie Group II, aber Viskositätsindex mindestens 120. Grundlage vollsynthetischer Motorenöle. |
| HS-Code | Warennummer des Harmonisierten Systems, international genutzt für Zollabfertigung und Außenhandelsstatistik. |
| HTHS | High Temperature High Shear. Viskosität eines Motorenöls unter hoher Temperatur und hoher Scherbelastung, kennzeichnend für die Filmstabilität im belasteten Gleitlager. |
| Incoterm | Von der Internationalen Handelskammer definierte Klausel, die Kosten- und Risikoübergang zwischen Verkäufer und Käufer bei einer Lieferung regelt, zum Beispiel FOB oder CIF. |
| ISO VG | Viscosity-Grade-Reihe nach ISO 3448, die Industrieöle nach ihrer kinematischen Viskosität bei 40 °C in feste Klassen wie VG 32, 46 oder 68 einteilt. |
| LC at sight | Dokumentenakkreditiv der Käuferbank, das sofort nach Vorlage konformer Dokumente zahlt. Im Rohstoffhandel das übliche Zahlungsinstrument. |
| NLGI | Konsistenzklassen des National Lubricating Grease Institute für Schmierfette, von 000 (fast flüssig) bis 6 (fast fest). |
| NOACK | Prüfverfahren nach DIN 51581, das den Verdampfungsverlust eines Motorenöls bei hoher Temperatur misst. Je niedriger der Wert, desto weniger Öl verdampft. |
| Penetration Grade | Klassifikation von Bitumen nach der Eindringtiefe einer Normnadel bei 25 °C in Zehntelmillimetern, zum Beispiel 60/70 oder 80/100. Niedrigere Werte bedeuten härteres Bitumen. |
| Platts / Argus | Die beiden großen Preisberichterstatter für Rohstoffmärkte, deren tagesaktuelle Referenzpreise als Basis für Formelpreise in Lieferverträgen dienen. |
| Prilled vs. Granular | Zwei Kornformen von Harnstoffdünger. Prills entstehen durch Versprühen der Schmelze in einem Kühlturm, Granulate durch Aufbau in einer Wirbelschicht. Granulate sind meist härter und lagerstabiler. |
| REACH | EU-Verordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe, die für in der EU vermarktete Chemikalien eine Registrierungspflicht vorschreibt. |
| SAPS | Sulphated Ash, Phosphorus, Sulphur. Sammelbegriff für die Aschebildner und Elemente in einem Motorenöl, die die Abgasnachbehandlung schädigen können. Low-SAPS-Öle sind für Fahrzeuge mit Partikelfilter und Katalysator vorgeschrieben. |
| SBLC | Standby Letter of Credit. Bankgarantie, die nur gezogen wird, wenn eine Vertragspartei ihre Zahlungs- oder Lieferverpflichtung nicht erfüllt. Sie dient als Sicherheit und ist kein primäres Zahlungsmittel. |
| SDS | Safety Data Sheet, das Sicherheitsdatenblatt mit 16 genormten Kapiteln zu Gefahren, Handhabung, Lagerung und Notfallmaßnahmen eines Produkts. |
| TBN / BN | Total Base Number. Kennwert für das Neutralisationsvermögen eines Schmieröls gegenüber sauren Verbrennungsrückständen, besonders wichtig bei Zylinderölen für Schiffe. |
| Viskositätsindex (VI) | Kennzahl dafür, wie stark sich die Viskosität eines Öls mit der Temperatur ändert. Je höher der VI, desto stabiler bleibt die Schmierfähigkeit über den Temperaturbereich. |
Warum kein Festpreis auf der Seite steht
Formelpreis statt Festpreis
In diesem Markt steht hinter einem Preis selten nur eine Zahl. Seriöse Anbieter nennen eine Referenzformel, also den tagesaktuellen Platts- oder Argus-Preis für die jeweilige Ware, zuzüglich oder abzüglich eines Differentials für Fracht, Lagerung, Finanzierung und Marge.
Ein Festpreis, der wochenlang gleich bleibt, lässt diese Kosten außer Acht. Entweder ist er veraltet, oder niemand hat ihn ernsthaft kalkuliert.
Liegt ein Preis deutlich unter Weltmarktniveau, haben Sie nicht gut verhandelt. In diesem Markt ist das das sicherste Zeichen für einen Betrugsversuch.
Einwände
Acht Fragen, die Einkäufer wirklich stellen
Warum sollte ich bei einem Trader statt direkt beim Produzenten kaufen?
Produzenten verkaufen meist nur in Großmengen mit langen Vertragslaufzeiten und ohne Mischladungen. Ein Trader bündelt mehrere Produktlinien und Ursprünge und liefert flexiblere Losgrößen, etwa FCL statt nur Bulktanker. Logistik und Dokumentation übernimmt er ebenfalls. Beides bietet der Produzent meist nicht an.
Woher weiß ich, dass die Ware wirklich existiert?
SGS, Bureau Veritas, Intertek oder Cotecna prüfen die Ware vor der Verladung. Die Zertifikatsnummer können Sie direkt beim Inspektionsunternehmen verifizieren. Dazu kommt das Originalkonnossement statt einer bloßen Zusicherung.
Warum sind Ihre Preise nicht die niedrigsten, die ich online finde?
Ein Angebot deutlich unter Weltmarktniveau ist in diesem Markt ein typisches Betrugsmerkmal. Seriöse Preise orientieren sich an Referenzformeln wie Platts oder Argus zuzüglich Differential und spiegeln reale Fracht-, Lager- und Finanzierungskosten.
Warum soll ich vorab etwas zahlen, bevor ich die Ware sehe?
Das sollten Sie nicht. Wir wickeln über ein dokumentäres Akkreditiv ab, gezahlt wird gegen Dokumente und nicht per Vorkasse. Daran erkennen Sie am schnellsten, ob ein Anbieter seriös ist.
Können Sie überhaupt verlässlich nach Afrika liefern, wenn Sie in Erbil sitzen?
Ja. Wir liefern über konkrete Hafenrouten aus der Golfregion und von den Ursprungshäfen in die Zielhäfen Ost-, West- und Südafrikas. Die saisonalen Besonderheiten der jeweiligen Ware kennen wir, bei Düngemitteln etwa das enge Lieferfenster vor der Aussaat.
Warum handeln Sie so unterschiedliche Warengruppen? Ist das nicht unseriös breit?
Dieselben Kunden brauchen oft mehrere dieser Warengruppen. Ein Bergbau- oder Agrarbetrieb kauft Schmierstoff, Chemie und Dünger. Jede Produktlinie steht bei uns mit eigener technischer Spezifikation.
Wie groß ist Ihre Firma wirklich?
Wir antworten mit Angaben, die Sie prüfen können: Registernummer, Bürostandort und Ansprechpartner mit Fachprofil, sobald diese Daten veröffentlicht sind. Mitarbeiterzahlen oder Umsätze, die sich nicht belegen lassen, nennen wir nicht.
Was passiert, wenn die Qualität bei Ankunft nicht der Spezifikation entspricht?
Die Ware wird vor der Verladung unabhängig geprüft, je nach Vertrag auch bei Ankunft. Abweichungen klären wir in dem Verfahren, das der Vertrag vorsieht, mit Nachweisen und ohne Nachverhandlung am Telefon.
Anfrage stellen
Nennen Sie Ware, Menge, Lieferbedingung und Zielhafen. Alles Weitere klären wir am Telefon.

